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Weser-Kurier Bremen
26. Febr. 2009
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Startschuss fürWohnen in der Überseestadt
Von Volker Junck
Bremen-Überseestadt. Wohnen im alten Hafenrevier – wer hätte sich das vor einigen Jahren vorstellen und wirklich wünschen können. Nun wird aus der Vision Realität.
Nächste Woche geht es los mit dem xLandmark Towerx als Wahrzeichen des neuen Quartiers Weserufer in der Überseestadt. Bezugstermin für 53 Mietwohnungen ist der 10. 10. 2010.
Weserufer – endlich wohnen in der Überseestadtx war das Thema zum Bremer Stadtdialog am Dienstagabend im Speicher XI. Das interessiert brennend. Es strömte nur so in den Roten Salon,
bis alle 320 Stühle belegt waren und die restlichen Ankömmlinge stehen mussten.
"So etwas haben wir bei derartigen Veranstaltungen in Berlin noch nicht erlebt", staunte Star-Architektin Julia Tophof, die den ersten Preis für das künftige Torhausx im neuen Wohnquartier gewonnen hat. Außer dem 20-geschossigen "Landmark Tower" und dem fünfstöckigen "Torhaus" entstehen bis Herbst nächsten Jahres am Weserufer noch zwei fünfstöckige "Flusshäuser" nach
dem Entwurf der Wettbewerbssieger Léon- Wohlhage- Werrik (Berlin) und ein achtgeschossiges "Turmhaus" des ersten Preisträgers Carsten Lorenzen (Kopenhagen).
Die Bremer Justus Grosse Projektentwicklung GmbH investiert in 160 hochwertige Miet- und Eigentumswohnungen rund 90 Millionen Euro. Geschäftsführender Gesellschafter Clemens Paul:
"160 Wohneinheiten sind die kritische Masse für ein neues Quartier. Das Interesse ist riesig,
obwohl wir noch gar nicht mit der Vermarktung begonnen haben."
So seien schon vor dem Baubeginn sechs Wohnungen im Landmark Tower fest vermietet.
Wohnen in der Überseestadt – das war zunächst ein großes Reizthema. Joachim Linneman, mit Clemens Paul Geschäftsführer bei Justus Grosse, erinnerte an die Widerstände in Hafenwirtschaft und Politik. Unternehmen wie die Rolandmühle waren mit Gutachten gegen die städtischen Pläne vorgegangen, weil sie eine Standortgefährdung durch erhöhte Emissionsauflagen befürchteten.
Das ist nun ausgestanden. Unter anderem, weil die Komfort-Wohnungen mit Dreifach-Verglasung den höchsten Lärmschutz bekommen, der heute technisch möglich ist. Beim Stadtdialog der Architektenkammer waren nur noch Konsens und Zustimmung aus der Baubranche zu spüren.
Es gab keine kritischen Nachfragen zu den vorgestellten Projekten oder zum Gesamtkonzept.
Aus dem Saal wollte lediglich einer wissen, ob es für die großzügigen Loggien zur Weser hin nicht
zu zugig sei. xWeniger als bei Balkonenx, beschied ihn Torhaus-Architektin Julia Tophof.
Die grüne Abgeordnete Karin Krusche lobte den Mut der Investoren und gab Alt-Bürgermeister Henning Scherf noch ordentlich einen mit: Der habe sich vor zehn Jahren vehement gegen Wohnen in der Überseestadt gestemmt und damit die Entwicklung verzögert.
Wer da eigentlich wohnen wolle?, stellte Senatsbaudirektor Franz-Josef Höing eine Frage in den Raum, die viele interessiert. Die Antwort: Singles, junge Paare, ältere Rückkehrer in die Stadt. Weniger wohl kinderreiche Familien, wenngleich Kinder durchaus willkommen seien. Laut Höing steht die Debatte über künftiges Wohnen in der Stadt erst am Anfang und müsse im demografischen Wandel der Gesellschaft Fragen aufnehmen, die sich vor Jahren noch gar nicht stellten.
Für das nächste Wohnquartier rund um den neuen Park am Europahafen stellte er kleinteilige Bebauung, eine Art Renaissance des Bremer Hauses, in Aussicht. Mit dem jetzt begonnenen
Quartier Weserufer beschließt das Unternehmen Justus Grosse zunächst sein Engagement.
Der Bebauungsplan entlang der Wasserkante sieht weitere sechs Gebäude vor, deren Grundstücke nach einem Senatsbeschluss jeweils ausgeschrieben werden. Dabei soll nicht nur das höchste Gebot, sondern auch das Nutzungskonzept über den Zuschlag mitentscheiden.
Das Investorengespann Linnemann/Clemens, das in der Überseestadt bereits mit 90 Millionen Euro für den Speicherhafen mit sieben Port-Gebäuden, Aldi-Markt, Schuppen 2 und Hafen-Hochhaus vertreten ist, könnte auch weiterhin dabei sein.